Seit dem 1. Januar 2026 gilt das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege, bekannt geworden als Pflegekompetenzgesetz und im Gesetzestext mit dem Kürzel BEEP versehen. Der Bundestag hat es am 6. November 2025 verabschiedet (Deutscher Bundestag), der Bundesrat stimmte am 19. Dezember 2025 zu (Bundesregierung). Für Pflegedienste ist das mehr als eine juristische Randnotiz: Pflegefachpersonen dürfen bestimmte heilkundliche Leistungen künftig eigenverantwortlich erbringen, und ein Teil der Dokumentation sowie der Qualitätsprüfungen wird verschlankt (Bundesgesundheitsministerium). Wer diese neuen Kompetenzen auf der eigenen Website klar darstellt, gewinnt gleich zweifach: Angehörige verstehen schneller, was Ihr Team leisten darf, und Pflegefachkräfte erkennen einen modernen, eigenverantwortlichen Arbeitgeber. Dieser Beitrag zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Pflege-Website an die neue Rechtslage anpassen: rechtssicher, verständlich und überzeugend für zwei Zielgruppen zugleich.
Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 1. Januar 2026 gilt das Pflegekompetenzgesetz (BEEP), das der Bundestag am 6. November 2025 verabschiedet (Deutscher Bundestag) und der Bundesrat am 19. Dezember 2025 gebilligt hat (Bundesregierung).
- Pflegefachpersonen übernehmen chronische Wundversorgung, diabetisches Stoffwechselmanagement und Demenzmanagement eigenverantwortlich (Bundesregierung), dazu Katheterisierung, Infusionstherapien und Folgeverordnungen für Inkontinenz- und Stomaartikel (Deutscher Bundestag).
- Die Pflegedokumentation wird auf das gesetzlich notwendige Maß beschränkt (Bundesgesundheitsministerium). Weniger Bürokratie und mehr Eigenverantwortung sind Argumente für die Karriereseite, während die Leistungsseiten den Nutzen für Patienten erklären.
- Auf den Leistungsseiten gehört benannt, was eigenverantwortlich erbracht wird und welche Qualifikation dahintersteht; Formulierungen, die für jeden Einzelschritt eine ärztliche Anordnung nahelegen, sind überholt und gehören ersetzt.
- Der Umfang der Befugnisse hängt an der Qualifikation und einem Muster-Scope-of-Practice, den die Selbstverwaltung noch präzisiert (Bundesregierung). Aussagen, Pflegefachpersonen ersetzten Ärzte oder handelten ohne ärztliche Beteiligung, sind unzutreffend.
- Meist genügt eine gezielte Überarbeitung statt eines Relaunchs: Bestandsaufnahme, Leistungsseiten anpassen, Patienten- und Bewerbersicht trennen, Rechtscheck, Sichtbarkeit für lokale Suche - bei Gesundheitsdaten mit Datenschutz und Barrierefreiheit im Blick.
Was das Pflegekompetenzgesetz ab 2026 ändert
Das Pflegekompetenzgesetz verfolgt zwei große Ziele: Es erweitert die Befugnisse von Pflegefachpersonen und baut Bürokratie ab. Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen Pflegefachpersonen künftig neben Ärztinnen und Ärzten eigenverantwortlich weitergehende Leistungen erbringen dürfen (Bundesregierung). Genannt werden vor allem drei Bereiche: die Versorgung chronischer Wunden, das diabetische Stoffwechselmanagement und das Management bei Demenz (Bundesregierung). Auch Tätigkeiten wie Katheterisierung, Infusionstherapien sowie Folgeverordnungen und Empfehlungen für Inkontinenz- und Stomaartikel gehören zum erweiterten Aufgabenbereich (Deutscher Bundestag). Für Ihre Außendarstellung heißt das: Ihr Team darf mehr, als viele bestehende Websitetexte noch abbilden.
Der zweite Hebel ist die Entbürokratisierung. Die Pflegedokumentation wird auf das gesetzlich notwendige Maß beschränkt, digitale Dokumentation und elektronische Verordnungen sollen Abläufe beschleunigen (Bundesgesundheitsministerium). Bundesgesundheitsministerin Nina Warken brachte das Ziel auf den Punkt: Jede Minute, die sich eine Pflegekraft nicht mit Formularen beschäftige, sei eine gewonnene Minute für die pflegebedürftigen Menschen (Bundesgesundheitsministerium). Mehr Kompetenz, mehr Eigenverantwortung und mehr Zeit am Menschen: genau diese Botschaft sollte eine aktuelle Pflege-Website transportieren, statt an überholten Zuständigkeiten festzuhalten.
Chronische Wundversorgung
Pflegefachpersonen dürfen die Versorgung chronischer Wunden eigenverantwortlich übernehmen (Bundesregierung). Auf der Website lässt sich das als schnelle, fachgerechte Versorgung ohne unnötigen Umweg erklären.
Diabetes-Management
Das diabetische Stoffwechselmanagement zählt zu den neuen eigenverantwortlichen Bereichen (Bundesregierung). Für Betroffene bedeutet das kürzere Wege und eine engmaschigere Begleitung im Alltag.
Demenz-Begleitung
Auch beim Management von Demenz können Pflegefachpersonen eigenständiger entscheiden (Bundesregierung). Das schafft Verlässlichkeit für Angehörige, die oft die Hauptlast der Betreuung tragen.
Folgeverordnungen
Folgeverordnungen und Empfehlungen für Inkontinenz- und Stomaartikel oder Adaptionshilfen gehören zum erweiterten Aufgabenbereich (Deutscher Bundestag). Weniger Wartezeit auf ärztliche Freigaben kommt direkt bei den Patienten an.
Weniger Dokumentation
Die Pflegedokumentation wird auf das gesetzlich notwendige Maß beschränkt (Bundesgesundheitsministerium). Das entlastet das Team und ist ein Argument im Recruiting, das auf die Website gehört.
Qualifikation zählt
Der genaue Umfang richtet sich nach der Qualifikation der Pflegefachperson und einem Muster-Scope-of-Practice (Bundesregierung). Transparenz über Qualifikation schafft Vertrauen bei Patienten und Bewerbern.
Die neue Ausgangslage in Zahlen
Der Reformdruck kommt nicht von ungefähr. Ende 2023 waren rund 5,7 Millionen (Statistisches Bundesamt) Menschen in Deutschland pflegebedürftig, ein Anstieg um etwa 730.000 oder rund 15 Prozent (Statistisches Bundesamt) gegenüber Ende 2021. Etwa 86 Prozent (Statistisches Bundesamt) der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt; über eine Million Menschen betreuen dabei rund 15.500 (Statistisches Bundesamt) ambulante Pflegedienste. Genau in diesem häuslichen Umfeld entfalten die neuen Befugnisse ihre Wirkung, weil Pflegefachpersonen dort schneller und eigenständiger handeln können.
Gleichzeitig verschärft sich der Personalmangel. Nach der Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamtes könnten bis zum Jahr 2049 je nach Szenario zwischen 280.000 und 690.000 (Statistisches Bundesamt) Pflegekräfte fehlen; der Bedarf an Beschäftigten steigt in der Projektion um rund ein Drittel von 1,62 Millionen im Jahr 2019 auf etwa 2,15 Millionen (Statistisches Bundesamt) bis 2049. Für Pflegedienste bedeutet das: Die erweiterten Kompetenzen sind nicht nur ein Versorgungsvorteil, sondern auch ein Argument im Wettbewerb um Fachkräfte, wenn die Website sie sichtbar macht.
Zahlen im Überblick
Leistungsseiten schärfen: erweiterte Befugnisse sichtbar machen
Die wichtigste Baustelle nach dem Inkrafttreten des Gesetzes sind Ihre Leistungsseiten. Viele Pflege-Websites beschreiben Wundversorgung, Diabetesbegleitung oder Demenzbetreuung noch so, als sei für jeden Einzelschritt stets eine ärztliche Anordnung nötig. Mit den erweiterten Befugnissen können Sie präziser formulieren: welche Leistungen Ihre Pflegefachpersonen eigenverantwortlich übernehmen, wo sie im Rahmen einer ärztlichen Erstdiagnose handeln und wie das die Versorgung beschleunigt. Diese Klarheit beantwortet die stille Frage jedes Interessenten: Was genau bekomme ich bei Ihnen?
Wichtig ist, die neuen Kompetenzen nicht als Fachjargon, sondern als konkreten Nutzen zu erklären. Statt Befugniserweiterung nach Paragraph schreiben Sie besser, dass eine chronische Wunde ohne zusätzlichen Arzttermin fachgerecht versorgt wird. Ergänzen Sie jede Leistung um eine kurze Erläuterung und um die Qualifikation der ausführenden Person. Ein durchdachtes Leistungsspektrum, gute Auffindbarkeit über lokale Suchmaschinenoptimierung und eine klare Sprache sorgen dafür, dass Ihre aktualisierten Seiten auch gefunden und gelesen werden.
- Jede Leistung nennt, was eigenverantwortlich durch Pflegefachpersonen erbracht wird
- Fachbegriffe wie heilkundliche Leistung werden in Alltagssprache übersetzt
- Die Qualifikation der ausführenden Pflegefachperson wird transparent benannt
- Der Nutzen für Patienten steht vor dem juristischen Detail: schnellere Versorgung, weniger Wege
- Der Verweis auf die ärztliche Zusammenarbeit schafft Vertrauen statt Konkurrenzgefühl
- Veraltete Formulierungen mit überholten Zuständigkeiten werden konsequent ersetzt
Vertrauen bei Angehörigen aufbauen
Angehörige treffen die Entscheidung für einen Pflegedienst häufig unter Zeitdruck und in einer emotional belastenden Situation. Sie wollen sicher sein, dass ihr Familienmitglied gut versorgt wird. Die erweiterten Kompetenzen von Pflegefachpersonen sind hier ein starkes Vertrauenssignal, vorausgesetzt, sie werden verständlich erklärt. Wenn auf Ihrer Website deutlich wird, dass eine erfahrene Pflegefachkraft eine Wunde eigenständig und fachgerecht versorgen darf, ohne dass erst auf einen Arzttermin gewartet werden muss, nimmt das Angehörigen eine konkrete Sorge.
Vertrauen entsteht über Nachvollziehbarkeit. Zeigen Sie, wer die Leistungen erbringt, welche Qualifikation dahintersteht und wie die Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten organisiert ist. Ergänzende Angebote wie ein FAQ-Bereich zu den neuen Befugnissen oder eine Online-Terminbuchung für die Pflegeberatung senken die Hemmschwelle für den ersten Kontakt. Wie echte Bewertungen als Vertrauensanker wirken, ist dabei eine wertvolle Ergänzung zu klaren Leistungsbeschreibungen.
Konkret statt abstrakt
Zwei Zielgruppen, eine Website: Bewerber ansprechen
Die zweite Zielgruppe sind Pflegefachkräfte auf Jobsuche. Für sie sind die neuen Befugnisse ein starkes Argument, denn viele wünschen sich mehr Eigenverantwortung und weniger Bürokratie. Wenn Ihre Website deutlich macht, dass Pflegefachpersonen bei Ihnen eigenständig entscheiden dürfen und dass die Dokumentation auf das notwendige Maß beschränkt ist, positionieren Sie sich als moderner Arbeitgeber. Das ist im Wettbewerb um Fachkräfte ein spürbarer Unterschied, gerade wenn bis 2049 im ungünstigsten Szenario bis zu 690.000 (Statistisches Bundesamt) Kräfte fehlen könnten.
Ein und dieselbe Website muss also zwei Botschaften tragen: Patienten und Angehörige suchen Sicherheit, Bewerber suchen Perspektive. Beides lässt sich verbinden, wenn die erweiterten Kompetenzen einmal aus Patientensicht und einmal aus Mitarbeitersicht erzählt werden. Eine eigene Karriereseite mit klarer Arbeitgebermarke bündelt die Argumente für Bewerber, während die Leistungsseiten den Patientennutzen betonen. Wie sich internationale Fachkräfte gezielt ansprechen lassen, zeigt der Beitrag zur Karriereseite für internationale Pflegekräfte; wie eine Schnellbewerbung ohne Anschreiben Hürden abbaut, ergänzt das Bild.
Eigenverantwortung sichtbar machen
Zeigen Sie auf der Karriereseite, dass Pflegefachpersonen bei Ihnen heilkundliche Leistungen eigenverantwortlich erbringen. Für viele Fachkräfte ist selbstständiges Arbeiten ein zentrales Kriterium bei der Arbeitgeberwahl.
Weniger Bürokratie als Versprechen
Die auf das notwendige Maß beschränkte Dokumentation ist ein echtes Argument. Wer sichtbar macht, dass mehr Zeit für die Pflege bleibt, hebt sich von Mitbewerbern mit vagen Floskeln ab.
Fortbildung betonen
Da der Umfang der Befugnisse an die Qualifikation gekoppelt ist, wird Weiterbildung attraktiver. Ein sichtbares Fortbildungsangebot zeigt Bewerbern eine Entwicklungsperspektive.
Schneller Bewerbungsweg
Die beste Positionierung nützt wenig, wenn die Bewerbung kompliziert ist. Eine mobile Schnellbewerbung mit wenigen Feldern sorgt dafür, dass Interesse nicht an einer Hürde scheitert.
Vorher und nachher: So verändert sich die Darstellung
| Element | Website vor 2026 | Website ab 2026 |
|---|---|---|
| Leistungsbeschreibung | Betont ärztliche Anordnung für jeden Schritt | Nennt eigenverantwortliche Leistungen der Pflegefachpersonen |
| Wundversorgung | Als reine Ausführung dargestellt | Als eigenständige, schnelle Versorgung erklärt |
| Sprache | Verwaltungs- und Fachjargon | Verständlicher Nutzen für Patienten |
| Angehörige | Wenig Orientierung zu Zuständigkeiten | Klar, wer was eigenverantwortlich leistet |
| Bewerber-Perspektive | Kaum Bezug zu Eigenverantwortung | Moderne Kompetenzen als Argument |
| Rechtsstand | Alte, teils überholte Zuständigkeiten | Aktualisiert nach dem Pflegekompetenzgesetz |
Rechtssicher formulieren: die Grenzen der Aussage
So wichtig die neue Klarheit ist, beim Formulieren gelten Grenzen. Die konkreten Tätigkeiten, die Pflegefachpersonen eigenverantwortlich übernehmen dürfen, werden über einen Muster-Scope-of-Practice und Vereinbarungen der Selbstverwaltung mit den Pflegeberufsorganisationen genauer bestimmt (Bundesregierung). Bis diese Details vollständig ausgearbeitet sind, sollten Websitetexte die erweiterten Kompetenzen zutreffend, aber nicht überzogen darstellen. Beschreiben Sie, was im Rahmen der Qualifikation Ihrer Mitarbeiter tatsächlich möglich ist, und vermeiden Sie pauschale Versprechen.
Auch das Wettbewerbsrecht setzt Grenzen: Aussagen müssen nachprüfbar sein, und Absolutformulierungen sind heikel. Beschreiben Sie Leistungen sachlich statt mit Superlativen. Da Gesundheitsdaten besonders sensibel sind, gehört zu jeder Aktualisierung ein Blick auf den Datenschutz für sensible Gesundheitsdaten und auf die barrierefreie Gestaltung der neuen Inhalte. So bleibt die Website nicht nur inhaltlich aktuell, sondern auch rechtlich auf sicherem Stand.
Diese Formulierungen besser vermeiden
In fünf Schritten zur aktualisierten Pflege-Website
Eine Aktualisierung muss nicht die ganze Website umkrempeln. In der Praxis genügt oft ein strukturierter Durchgang durch die zentralen Seiten. Beginnen Sie dort, wo die neuen Befugnisse den größten Unterschied machen: bei den Leistungsseiten und der Startseite Ihrer Pflege-Website.
- Bestandsaufnahme: alle Seiten prüfen, auf denen Zuständigkeiten und Leistungen beschrieben sind
- Leistungsseiten überarbeiten: eigenverantwortliche Leistungen klar und verständlich benennen
- Zwei Perspektiven ergänzen: Patientennutzen und Arbeitgeberargument getrennt herausarbeiten
- Rechtscheck: Formulierungen mit dem tatsächlichen Qualifikationsstand und dem Gesetz abgleichen
- Sichtbarkeit sichern: aktualisierte Inhalte für lokale Suche und mobile Nutzung optimieren
Ob eine punktuelle Überarbeitung genügt oder ein größerer Relaunch der Pflege-Website sinnvoll ist, hängt vom Zustand Ihrer bestehenden Seiten ab. Bei umfangreichen Altbeständen kann es effizienter sein, die Struktur gleich mitzudenken. Welche Variante zu Ihrer Einrichtung passt, klären wir am besten im persönlichen Gespräch, denn jede Ausgangslage ist anders.
Jede Minute, die sich eine Pflegekraft nicht mit Formularen beschäftigt, ist eine gewonnene Minute für ihre Pflegebedürftigen.
Quellen und Studien